VIA NOVA Eröffnung, Konzert
Freitag, 28. August 2026, 17.00 Uhr, Schloss Corvey, Kaisersaal
Auf die Welt zugehen
Rede zur Eröffnung
Anja Kampmann
Ein Lied unter einem schwarzen Stern – von der Kraft des Erzählens
Konzert
Elad Navon, Klarinette
Itai Navon, Klavier
Olivier Messiaen (1908 – 1992) Abîme des oiseaux
Robert Schumann (1810 – 1856) Drei Romanzen op. 94
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Klarinettenkonzert A-Dur KV 622, Adagio
Einführung
Brigitte Labs-Ehlert
Tout Moun Se Moun
Wie wir im Erzählen unsere Welt bewahren können, davon spricht Anja Kampmann in ihrer Rede zur Eröffnung. Sowohl im Erzählen als auch im Schreiben und im Lesen von Gedichten und Prosa formt sich ein Blick auf die Welt, der nicht nur offen für die Wunden der Zeit ist, sondern auch die Schönheiten benennen kann. Ein Aufschrei, aber auch ein Aufruf. ‹Erzählen ist wahnsinnig komplex und schön. Es hat viel mit Wärme zu tun. Für mich haben Texte eine Temperatur und einen Rhythmus. Ich glaube, dass wir manchmal in der Literatur etwas finden, eine Intensität, für die wir im Alltag keine Kraft haben. Aber es gibt noch etwas anderes. Wenn man daran erinnert wird, ist es ein Geschenk›, sagt die Lyrikerin und Erzählerin. In ihrem jüngsten Roman ‹Die Wut ist ein heller Stern› schreibt sie über Frauen, für die in der NS-Zeit und in der Gesellschaft kein Platz mehr war und denen die Würde genommen worden ist. Ihre Protagonistin hat keine Angst, sie macht weiter. Und sie macht uns Heutigen Mut, dem Druck auf unsere Werte Entschlossenheit entgegenzusetzen.
Der israelische Klarinettist Elad Navon absolviert derzeit sein künstlerisches Diplom am renommierten Colburn Conservatory of Music in Los Angeles. Beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD 2025 gewann er den ersten Preis, den Publikumspreis sowie fünf Sonderpreise. Itai Navon ist als Solist und Kammermusiker in bedeutenden Konzertsälen Europas wie dem Konzerthaus Berlin, Pierre Boulez Saal, Beethovenhaus Bonn oder der Wigmore Hall zu hören. Für die heutige Veranstaltung haben die Musiker Werke ausgewählt, die Schmerz und Hoffnung ausdrücken. Zu seinem Satz aus dem Quatuor pour la fin du Temps schrieb Messiaen: ‹3. Abgrund der Vögel: Klarinetten-Solo. Der Abgrund, das ist die Zeit mit ihrer Traurigkeit und Müdigkeit. Die Vögel sind das Gegenteil der Zeit. Sie sind unser Verlangen nach Licht, nach den Sternen und Regenbögen und nach jubilierenden Stimmen!› Robert Schumann überreicht die drei Romanzen seiner Frau Clara als Geschenk: ‹Zarte, duftende Blumen, die keinen Triumphzug durch den Salon machen wollen, sondern im stillen Kreise das Gemüth erquicken werden.›
Sein berühmtes Klarinettenkonzert schrieb Mozart in seinem Todesjahr. Das Adagio beginnt mit einem in seiner Schlichtheit ergreifenden Gesang der Klarinette, steigert sich zu erregter Bewegung, scheint aufzubegehren, um in der Reprise zur Ruhe zurückzufinden. Manch einer liest das als eine Art
Abschied.
20 €, inkl. Suppe, freie Platzwahl
Eintritt: A 38 / B 30 €, freie Platzwahl in den Kategorien
Per E-Mail: [vianova@corvey.de]




