VIA NOVA Lesung Barbara Nüsse

VIA NOVA Lesung Barbara Nüsse

Freitag 11. September 2026 19.30 Uhr, Schloss Corvey, Kaisersaal      

und ja ich sagte ja ich will Ja

 

Inszenierte Lesung

Barbara Nüsse: James Joyce, Penelope – Monolog der Molly Bloom

Regie Ulrich Waller

Bühne / Kostüm Gisela Köster

Musik Hans P. Stroer

Solo für die großartige Barbara Nüsse. Ihre ‹Penelope› ist Theaterlegende. Die erste Fassung des nächtlichen Monologs wurde 1986 für Kampnagel inszeniert. Diesen genialen Ein-Satz-Monolog konnte man verändert wiedererleben zu Barbara Nüsses 70. und zu ihrem 80. Geburtstag und der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft im Thalia Theater Hamburg. Für Corvey führt sie noch einmal das letzte Kapitel aus der ‹Ulysses› auf, das den Weltruhm des Werkes begründet hat.

‹Ich fühl mich kein bisschen älter›, wird Barbara Nüsse als Molly Bloom einmal im Verlauf der zwei Stunden sagen. Sie wird sich dabei umblicken zur Leinwand, auf der sie in eben dieser Rolle vor 40 Jahren zu sehen ist. Sie trägt wie damals das rote schulterfreie Kleid – ‹Barbara, Sie müssen das spielen, bis sie 80 sind! Und immer in dem schönen roten Kleid›, hatte ihr der Joyce-Übersetzer Hans Wollschläger nach der Uraufführung von ‹Penelope› zugerufen – und sie spricht dieselben Worte, wenn sie in einem nicht enden wollenden Gedankenstrom von ihren Erfahrungen als Frau mit der Liebe, der Lust und den Männern berichtet. Die Lebenserinnerungen der Molly Bloom werden so auch zur Erinnerung einer Schauspielerin an eine ihrer früheren Rollen. Bewusst hat Regisseur Ulrich Waller gestern und heute voneinander abgesetzt. Während die junge Barbara Nüsse das weiße Bühnenrund von damals mit voller Körperlichkeit bespielt, sitzt sie heute meist lesend und erzählend am Tisch. Manchmal baut sie Gleichzeitigkeiten ein: Sinnierend rauchen die beiden Barbaras dann zusammen eine Zigarette oder machen sich gierig und triefend sinnlich über eine Melone her. Molly Bloom ist eine selbstbewusste Frau, die sich keinen Illusionen über das Leben hingibt und für ihren Teil des Kuchens kämpft. Sie analysiert und verbalisiert ihre eigenen Bedürfnisse ebenso klar wie die der Männer. Sie steht zu ihren Sehnsüchten, Begierden und Wünschen, die befriedigt werden wollen. Sie erträgt die Untreue ihres Ehemannes, nimmt aber für sich die gleichen Rechte in Anspruch.

Molly Blooms große Liebeserklärung an die Welt hat das schönste Ende, das Literatur je hatte: ‹Und dann umschlangen ihn meine Arme ja ich zog ihn herab zu mir dass er meine duftenden Brüste fühlte ja und ganz wild schlug ihm das Herz und ja sagte ich ja ich will Ja.› Dieser Schluss ist Barbara Nüsses Lieblingsstelle, fast ein Gedicht: ‹Am schönsten finde ich, dass sie so oft ja sagt. Der Monolog fängt mit einem Ja an und hört mit einem Ja auf. Und dazwischen sagt sie immer wieder ja zu ihrem Leben. Das ist ihre ganze Stärke. Und auch, wie sie in ihren Träumen leben kann und aus ihnen Kraft schöpft gegen eine rüde und unschöne Wirklichkeit. Sie lebt im Bewussten und im Unbewussten, auch in Erinnerungen und im Traum – das als Bestandteil des Lebens anzunehmen und zu können und zu dürfen …›

Eintritt: 44 / 38 / 32 €, Carte blanche

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Per E-Mail: [vianova@corvey.de]

Telefonservice: [05231 570150]