VIA NOVA Lesung Johanna Wokalek & Konzert
Sonntag 13. September 2026 11.00 Uhr, Schloss Corvey, Kaisersaal
Alles macht die Liebe mit der Stille
Lesung
Johanna Wokalek: An die fernen Geliebten, Gedichte und Miniaturen von Sujata Bhatt, Louise Labé, Ben Okri, Alejandra Pizarnik, Kae Tempest
Konzert
SPARK und Valer Sabadus, Countertenor
Christian Fritz, Klavier
Andrea Ritter, Blockflöte
Daniel Koschitzki,
Blockflöte, Melodica
Isabel Garcia Castro, Cello
Stefan Balazsovics, Violine, Viola
Closer to Paradise – Sehnsucht als Klangerlebnis
Kompositionen u. a. von Antonio Vivaldi, Erik Satie, Kurt Weill, Léo Ferré, Robert Schumann, Arrangements von Daniel Koschitzki und Andrea Ritte
Mit Pause
Eine Reise zu den fernen Geliebten unternimmt Johanna Wokalek, die bekannt ist für ihre eindringlichen und einfühlsamen Lesungen. Es ist eine Sehnsuchtsreise, die von der Kraft des Erzählens spricht. Sie führt zunächst in die Fürstliche Bibliothek Corvey zu Louise Labé (ca. 1524 – 1566). Ihre Sonette haben bis heute nichts von ihrem Zauber und von ihrer Kraft eingebüßt. Ihre Klage über das unerfüllte Liebesverlangen ist getragen von nachhaltigem Anspruch auf Glück, vom Bekenntnis zur Sinnenfreude. Die Gedichte von Sujata Bhatt führen zurück in die indische Kindheit, zum Kuhfladen sammelnden Mädchen und dem Sari der Mutter. Für Ben Okri, in Nigeria geboren, ist der blaue Schal der Frauen inmitten einer Kinderschar Zeichen der Liebe. Kae Tempest schreibt von der Verbundenheit zu Kind, Frau und Mann: ‹Für meine Nichte … Etwas aus Lust zu tun / ist anders als / das, was du tun musst, zu tun›. Alejandra Pizarnik stammte aus einer ukrainisch-jüdischen Einwandererfamilie in Argentinien, für sie ist es die Nacht und die Musik, die voller Verheißungen sind.
Ein faszinierendes Ensemble trifft auf einen faszinierenden Solisten: Spark, das Klassik-Ensemble, das klassische Stücke rockig, poppig oder auch mal jazzig verarbeitet, auf Valer Sabadus, einen Star der internationalen Countertenor-Szene. ‹Closer to Paradise› ist aufgebaut wie eine Oper in vier Akten. Es geht dabei um die Gefühlswelt der Menschen, die sich nach dem Paradies sehnen. Der erste Teil ist überschrieben mit ‹Aure Dolci Intorno A Me – Süße Winde umwehen mich›. Der nächste Akt, ‹La Voix Douce – Die sanfte Stimme›, erzählt von der Melancholie. Im dritten Akt ‹Auf den Schwingen der Nacht› kommt man mit Schumann und Eichendorff in die ‹Waldeinsamkeit› voller Sehnsucht nach der ‹stillen Zeit› der letzten Ruhe, um schließlich mit dem Thema des Konzerts zu enden: Koschitzkis ‹Closer to Paradise›. Spark, das Quintett mit Flöten, Violine, Viola, Violoncello, Melodica und Klavier, denkt Klassik neu. Im Jahr 2007 gegründet und 2011 mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet, hat sich die Formation längst einen festen Platz an der Spitze der jungen kreativen Klassikszene erspielt. Weltweit ist sie auf renommierten Bühnen und Festivals zu Hause.
Als ‹ungeheuer dramatisch, kristallklar, extrem kontrolliert, lyrisch fein›, beschreibt die Süddeutsche Zeitung den Klang von Valer Sabadus – mit seiner glasklaren und androgynen Stimme singt er in der Riege der weltbesten Countertenöre.
Eintritt: 44 / 38 / 32 €, das gesamte Wochenende 155 / 140 €
Per E-Mail: [vianova@corvey.de]
Telefonservice: [05231 570150]


