VIA NOVA Lesung Andrea Sawatzki & Konzert

VIA NOVA Lesung Andrea Sawatzki & Konzert

Samstag 29. August 2026, 19.30 Uhr, Schloss Corvey, Kaisersaal

Was zählt ist, dass wir frei sind!

Lesung

Andrea Sawatzki: Gertrud Kolmar, Verwandlungen, Simone Weil, Ich kann, also bin ich, Else Lasker-Schüler, Das blaue Klavier

 

Konzert

Nils Mönkemeyer, Viola

William Youn, Klavier

F.A.E. In Erwartung der Ankunft des verehrten und geliebten Freundes Joseph Joachim schrieben diese Sonate Robert Schumann, Albert Dietrich und Johannes Brahms

Albert Dietrich (1829 – 1908) FAE Sonate c-Moll, Allegro

Robert Schumann (1810 – 1856) FAE Sonate, Intermezzo

Johannes Brahms (1833 – 1897) FAE Sonate, Scherzo, Allegro

Johannes Brahms, Die Mainacht aus: Vier Gesänge op. 43, Nr. 2

Johannes Brahms, Sonate in Es-Dur op. 120 / 2

 

Mit Pause

 

Eine unendliche Sehnsucht nach einem anderen wahreren Leben und einer anderen friedlicheren, in sich ruhenden Wirklichkeit, das spricht aus den Gedichten und Gedanken der beiden Lyrikerinnen und der Philosophin, Aktivistin und Mystikerin. Mit ihrer klaren, schnörkellosen Stimme verleiht Andrea Sawatzki diesen Hoffnungen, aber auch den seelischen Erschütterungen und erzwungenen Umwegen einen starken Ausdruck. Gertrud Kolmar stammt wie Else Lasker-Schüler und Simone Weil aus einer jüdischen Familie, sie wurde 1943 in Auschwitz ermordet. An ihre Schwester schrieb sie ‹Ich habe bisher nie gewusst wie heute, wie stark ich bin, und dieses Wissen erfreut mich.›  Diese Klassikerin der Moderne verwandelt sich lustvoll, gewagt und gelungen in unterschiedlichste Rollen, auch in Tiere. Sie ist die ‹Hellsichtige mit Visionen über alle Grenzen hinweg› (Nelly Sachs). Simone Weil (1909 – 1943) war eine der bedeutendsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie ging einen kompromisslosen Weg im Einsatz für die Schwachen der Gesellschaft, immer auf der Suche nach dem Schönen. ‹Das Schöne ist etwas, bei dem die Aufmerksamkeit verweilen kann.› Die Schönheit, die sich im Kunstwerk offenbart, schenkt dem Menschen Würde, dem schöpferischen wir dem anteilnehmenden. Die Wirklichkeit, so wie sie war und erschien, genügte Else Lasker-Schüler nicht, sie schuf sich aus ihren Träumen eine eigene Sphäre und spielte mit verschiedenen Identitäten, schreibt Barbara Sichtermann. Viele ihrer Gedichte sind in extremen Situationen von Not, Todesnähe, Einsamkeit entstanden, so suchte sie Dinge und Menschen in das vertrauensvolle Licht ihrer dichterischen Phantasie einzubetten. Es entstehen Gedichte von großer innerer Andacht und leidenschaftlicher Liebe und Hoffnung. Gottfried Benn nannte Else Lasker-Schüler (1869 – 1945) ‹die größte Lyrikerin, die Deutschland je hatte›.

Nils Mönkemeyer und William Youn haben zu diesem Anlass die Es-Dur-Sonate von Johannes Brahms ausgewählt, die Nils Mönkemeyer in der hellen Fassung der Klarinettenstimme spielt. Für ihn ist Brahms ein ‹Romantiker, der sich klassisch ausdrückt›. Die FAE-Sonate war ein Geschenk an den Geiger Joseph Joachim und dessen Lebensmotto ‹Frei, aber einsam›. Schumann und Dietrich arbeiteten in ihren Sätzen dann auch stark mit diesem Dreitonmotiv.

 

Eintritt: 44 / 38 / 32 €, Tageskarte 75 / 60 €

[Kartenbestellungen online]

Per E-Mail: [vianova@corvey.de]

Telefonservice: [05231 570150]