VIA NOVA Lesung Katharina Thalbach & Konzert
Samstag 29. August 2026, 11.00 Uhr, Klosterkirche Brunshausen / Bad Gandersheim
Ein Feld flammender Blumen
Lesung
Katharina Thalbach: Agius, Hathumod, Hilde Domin, Gedichte,
Konzert
Ensemble Graindelavoix
Björn Schmelzer, Leitung
Teodora Tommasi
Florencia Menconi
Andrew Hallock
Albert Riera
Andrés Miravete
Marius Peterson
Tomàs Maxé
Arnout Malfliet
Ex nihilo – Gesang jenseits der Ordnung der Dinge
Josquin Desprez (ca. 1450 – 1521) Praeter rerum seriem
Georges de La Hèle (1547 – 1586) Sanctus / Agnus Dei, Missa Praeter rerum seriem
Anonym O virgo virginum
Jacob Obrecht (ca. 1457 – 1505) Salve Regina
Bernardino de Ribera (1520 – 1580) Vox in Rama
Giaches de Wert (1535 – 1596) Vox in Rama
Führungen
Ab 14.30 Uhr Führungen durch den Hathumod-Garten und die Kloster- und Schlossanlage
Wie eine 1100 Jahre alte Schrift eine erstaunliche Lebendigkeit erhält, ist in der Lesung von Katharina Thalbach zu erleben. Sie begeistert sich für Texte, die kniffelig und für heutige Ohren auch befremdlich wirken mögen – so wie die Lebensgeschichte der ersten Gandersheimer Stiftsäbtissin Hathumod (840 – 874), geschrieben vom Corveyer Mönch Agius, übersetzt von Friedrich Rückert, revidiert von Benno Löning. Die Tochter des sächsischen Herzogpaares Liudolf und Oda setzte sich in dem ersten provisorischen Stiftsgebäude in Brunshausen völlig solidarisch für ihre Mitschwestern, alle Notleidenden und Bedürftigen ein. Sie lehnte jegliche Hierarchie und persönliche Vorteile in ihrem Umfeld ab, Werte, die altmodisch erscheinen und überlebenswichtig sind. Ihre Träume sind surreal: da schwebt sie wie eine Figur von Marc Chagall über die Kirche; da manifestieren sich ihre Ängste um das Stift in einem flammenden Feld von Blumen, in denen die Gesichter der Stiftsdamen verglühen. Die Lebensgeschichte dieser für Gandersheim – und auch für Corvey – so wichtigen Persönlichkeit wird strukturiert durch Gedichte von Hilde Domin, der zweiten Preisträgerin des angesehenen Roswitha-Preises der Stadt Gandersheim, die sich wie Roswitha als eine ‹starke Ruferin, in diesem durchaus nicht hell zu nennenden Jahrhundert› bezeichnete.
Wie Hathumod in ihren Träumen und Halluzinationen etwas Nichtsichtbares erfahren konnte, so möchten die Komponisten in dem Konzert des belgischen Ensembles Graindelavoix eine musikalische Sprache des Unmöglichen erschaffen, etwas klanglich andeuten, was jenseits der Vorstellungskraft liegt. Die weltbekannten Sänger um Björn Schmelzer präsentieren eine faszinierende Reihe von Motetten aus der Renaissance, die auf dem theologischen Konzept der ‹creatio ex nihilo›, der Schöpfung aus dem Nichts, basieren, wie es im Mysterium der Inkarnation, der Idee der Menschwerdung Gottes, zum Ausdruck kommt. Bekannte Stücke wie das wundervolle ‹Praeter rerum seriem› von Josquin Desprez werden mit weniger bekannten Werken desselben Komponisten und nicht minder meisterhaften Beiträgen von Jacob Obrecht, Bernadino de Ribera und Giaches de Wert kombiniert.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Via Nova Kunstfest Corvey mit dem Portal zur Geschichte e. V., Klosterhof Brunshausen und Literaturhaus Bad Gandersheim e. V.
Mit Anmeldung: Bustransfer von und nach Corvey 10 €
Mit Anmeldung: Herzhaftes, vegetarisches, veganes Grill-Buffett im Klosterhof 20 €
Eintritt: A 38 / B 30 €, freie Platzwahl in den Kategorien
Per E-Mail: [vianova@corvey.de]
Telefonservice: [05231 570150]


